Sparen mit Hilfe eines Haushaltsbuchs


Sparen mit Hilfe eines Haushaltsbuchs

Die organisatorische und finanzielle private Haushaltsführung kann mit einer Firma verglichen werden. Auf der einen Seite werden Einnahmen erwirtschaftet. Sie müssen pünktlich eingehen, weil daraus die Ausgaben des Alltags bestritten werden. Ein großer Teil der Haushaltsausgaben wird regelmäßig fällig, bis hin zu automatischen Abbuchungen per Dauerauftrag oder Lastschriftverfahren. Vor diesem Hintergrund muss das Haushaltsbudget geplant und verplant werden. Planungsfehler kosten buchstäblich Geld, nämlich das eigene. Sei es, dass fehleingekauft wurde, oder dass Ausgaben vor einer Kontodeckung fällig waren. Das kostet dann Sollzinsen, die im Nachhinein vom Konto abgebucht werden.

Jede Geldplanung wird schriftlich gemacht. Bund, Länder und Gemeinden haben ihre Haushalte, Firmen und Unternehmer ihre Budgetplanung. Für die Hausfrau, oder je nach Struktur für den Hausmann, ist diese Planung das Haushaltsbuch. Es gliedert sich in zwei Abschnitte, die inhaltlich miteinander korrespondieren. Der erste ist die eigentliche Planung der Einnahmen und Ausgaben, der zweite die zeitliche Übersicht über die Fälligkeit der einzelnen Einnahme- und Kostenarten. Und der Zeitraum, für den geplant wird, ist der Kalendermonat.Sparen ist auf zweierlei Art und Weise möglich. Entweder werden die Einnahmen erhöht, wobei die erzielten Mehreinnahmen nicht verplant oder ausgegeben werden. Oder die Ausgaben werden gesenkt mit dem Ergebnis, dass die dann eingesparten Ausgaben am Monatsende übrigbleiben und sich wie eine Einnahme auswirken.

Die Einnahmen sind in einem Haushaltsbuch schnell aufgeführt. Es sind einige wenige Positionen wie zum Beispiel das feststehende monatliche Gehalt des Hauptverdieners, oder ein weiterer Lohn des Zweitverdieners wie aus einem Minijob. Hinzukommen das Kindergeld, sowie andere Einnahmen je nach Familiensituation. All diese Einnahmen sind einzeln einzutragen; und zwar in der garantierten Mindesthöhe und mit dem Datum, zu dem sie auf dem Girokonto eingehen.

Getrennt davon werden die Ausgaben aufgelistet. Hier muss sehr genau gearbeitet werden, denn Ausgaben, die nicht im Haushaltsbuch stehen und trotzdem fällig werden, sind ungedeckte, also nicht durch Einnahmen finanzierte Mehrausgaben. Alle Ausgaben sind in sich zu untergliedern in laufende, sporadische sowie in einmalige Ausgaben. Laufende Monatskosten sind diejenigen für Unterkunft, Energie wie Strom und Heizung, Telekommunikation für Festnetz und Mobilfunk, Autoleasing, Ratenzahlungen für Kredite oder Darlehen, und natürlich das Wirtschaftsgeld. Als sporadische Ausgaben können diejenigen aufgelistet werden, die vierteljährlich fällig werden. Darunter fallen Versicherungsbeiträge oder die GEZ-Gebühr für Rundfunk und Fernsehen. Und als einmalig werden Ausgaben bezeichnet, die vom Anlass her zwar bekannt, aber erst in einigen Monaten fällig sind. Typische Beispiele dafür sind die PKW-Inspektion, der turnusmäßige Klassenausflug der Kinder, Familienfestlichkeiten wie Kommunion, Konfirmation oder die Silberhochzeit in einigen Jahren.

Das Haushaltsbuch kann ergänzend auch in die drei Planungsrubriken kurz-, mittel- und langfristig gegliedert werden. Zur Planung der mittel- und langfristigen Ausgaben bieten sich zwei Möglichkeiten an. Es wird eine Rücklage gebildet, aus der in dem betreffenden Monat der jeweils fällige Betrag entnommen und dem Haushaltsbudget zusätzlich zugeführt wird. Das setzt voraus, dass diese mittel- und langfristigen Ausgaben auf ihren Monatsanteil umgerechnet, also aufgeteilt werden. Ihre Summe ist die monatliche Rücklagenzuführung, die als Ausgabe eingeplant wird. Dieses Verfahren ist aufwändig und bedarf einiger Übung. Die andere Möglichkeit setzt voraus, dass die Monatseinnahmen höher sind als die fest verplanten Ausgaben. Aus dem Überhang, sprich aus den nicht verplanten Mehreinnahmen werden in dem jeweiligen Monat die dann fälligen Ausgaben bezahlt. Also im Februar, Mai, August und November die GEZ-Gebühren, zum Ende der Weihnachtsferien der obligate Schulausflug in die Skifreizeit, und so weiter.

Der zweite Abschnitt der Haushaltsführung betrifft die eigentliche Geldwirtschaft. Sie kann nur so gut sein, wie die Planung selbst ist, und deshalb ist die Planung so wichtig. Auf einem A4-Blatt werden die dreißig Kalendertage des Monats in einer Spalte senkrecht durchnummeriert. Daneben folgt je eine Spalte für die Einnahmen und für die Ausgaben. Die Einnahmen und Ausgaben, die in das Haushaltsbuch eingetragen worden sind, werden jetzt vom Haushaltsbuch in diese einseitige Tabelle übertragen, und zwar unter dem jeweiligen Datum, zu dem sie anfallen. Über dem Datum des Monatsersten wird noch eine Zusatzspalte eingerichtet. Dort wird eingetragen, wie viel Bargeld am Letzten des Vormonats im Portemonnaie war, und wie der Kontostand zum Monatswechsel gewesen ist. Vorhandenes Bargeld ist wie eine Einnahme für den neuen Monat, und der Kontostand ist je nach Haben- oder Sollsaldo eine Einnahme oder eine Ausgabe.

Als letzte Fleißarbeit muss für jeden Tag, also in jeder Spalte eine Zwischensumme errechnet werden. Sie wird rechts auf der Tabelle als letzte Zeile notiert und zeigt für jeden Tag, wie die Einnahmen- und Ausgabensituation ist. Es ist jetzt genau erkennbar, wann das Geld knapp wird, weil Ausgaben schon fällig sind, die Einnahmen aber erst einige Tage später gutgeschrieben werden. Wer einen Dispo-Kredit hat, kann diese Tage überbrücken und zahlt Sollzinsen dafür. Ohne diese Möglichkeit muss nach anderen Lösungen gesucht werden. Die Deutsche Telecom AG beispielsweise zeigt sich durchaus gesprächsbereit, den Abbuchungstermin für die Monatsrechnung bedarfsgerecht zu verlegen. Der Kunde muss dazu von sich aus aktiv werden.

Mit einem Haushaltsbuch muss sich die Hausfrau oder der Hausmann intensiv beschäftigen. Doch nach zwei, drei Monaten hat sich das System recht gut eingespielt, weil sich vieles doch wiederholt!

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